"Wir leisten unseren Widerstand"

"Wir leisten unseren Widerstand!" (DieStandard.at v. 07.11.05)

Die "Schwarze Frauen Community" fördert in ihrem Projekt "Gesundheitstandem®" interkulturelle Kommunikation.

2003, nach dem Tod von Cheibani Wague, sei es dann soweit gewesen. Eine kleine Gruppe engagierter schwarzer Frauen, die bereits seit mehreren Jahren mit dem Gedanken spielten, sich als Verein zu organisieren, gründete die Schwarze Frauen Community (SFC). Für Beatrice Achaleke, Soziologin und Obfrau der SFC, stand ganz am Anfang vor allem das Interesse am Status Quo der Lebensbedingungen von schwarzen Frauen im Vordergrund. "Wir haben im September 2004 die erste Bundestagung schwarzer Frauen veranstaltet und 58 Frauen aus ganz Österreich dazu eingeladen."

In drei Workshops zu den Themen Empowerment, Gesundheit und Rassismus wurde im Kontext der interkulturellen Verständigung debattiert und schlussendlich ein österreichweiter Forderungskatalog aufgestellt. Als ein wichtiges zu behandelndes Feld stellte sich das Gesundheitswesen und die Schwierigkeiten, auf die schwarze Frauen in Österreich dort stoßen konnten, heraus. "Es gibt viele Berührungsängste, auch die Sprache ist ein Problem. So kommt es zu Missverständnissen und Fehldiagnosen", stellt Beatrice Achaleke fest.

Gesundheit im Tandem

So entstand ein Projekt, das schwarze Frauen und Personen aus dem Gesundheitswesen zusammen brachte. Im "Gesundheitstandem®" konnten jeweils zehn Frauen über ihre Ängste und Fragen diskutieren und sich auf die Suche nach möglichen Schwierigkeiten in der Kommunikation machen. "Es wurden ganz unterschiedliche Dinge behandelt, von Begrüßungsritualen über Fragen der Identität. Und es wurde viel gelacht. Sehr spannend war auch der so genannte 'Parkplatz', an dem Themen abgelegt werden konnten, über die man nicht sprechen wollte. Weil einer das zu nah gehen würde, zum Beispiel. Da kamen Wörter rein wie Medizinmann, Mischling oder Neger."

Ebenso gab es Vorträge zum österreichischen Gesundheitssystem, Frauenheilkunde und allgemeine medizinische Vorsorge. Durch den persönlichen Kontakt konnten die Frauen auch einen etwas anderen Zugang zur jeweils anderen Gruppe finden, der einen regen Austausch ermöglichte. Im Vordergrund steht vor allem das Empowerment der schwarzen Frauen, die sich nicht erst seit dem ungerechtfertigten Tod Cheibani Wagues in Österreich sprichwörtlich nicht immer wohl in ihrer Haut fühlen. Und so bringt es Ishraga M. Hamid, eine der Gründungsfrauen der SFC, auf den Punkt: "Wir leisten unseren Widerstand!"

Die Ergebnisse des Projekts werden im übrigen am 18. November um 18.00 Uhr im EGA Frauenzentrum präsentiert.