Erste Bundestagung schwarzer Frauen in ORF Volksgruppen

"Das allein ist sicher zuwenig" (Helmut Kletzander, volksgruppen.ORF.at)

"Das allein ist sicher zuwenig, wir müssen Allianzen finden und zusammenarbeiten", sagt Leonore Lerch vom Organisationskommitee für die kommende erste Bundestagung schwarzer Frauen im September in Wien.

Schwarze Frauen Community

Organisiert wird die Tagung vom Verein Schwarze Frauen Community in Wien. Der Verein wurde im Oktober 2003 gegründet und will das Selbstbewusstsein, die Selbstbestimmung und die Selbstorganisation schwarzer Frauen fördern und unterstützen und damit die Integration in die Österreichische Gesellschaft vorantreiben.

Renner Institut 18. und 19. September 2004

In einem Interview im ORF-Zentrum aus Anlass der Produktion der Radiosendung "Heimat, fremde Heimat" betonte gestern Abend eine der Organisatorinnen der Schwarze Frauen Community, die Geschäftsführerin und Psychotherapeutin der Frauenberatungsstellen "Frauen für Frauen" in Hollarunn, Mistelbach und Stockerau, dass hier ausschliesslich in Österreich lebende schwarze Frauen unterschiedlichster Herkunft eingeladen sind, also keineswegs nur aus Afrika, sondern beispielsweise auch aus Südamerika oder Indien mit dem Ziel einer "Bewußtseinsarbeit unter uns, um dann auch politisch aktiv zu werden und die Dinge zu verändern".

Derzeit liegen 30 Anmeldungen zur Veranstaltung vor, 50 Plätze sind im Wiener Renner-Institut vorhanden.

Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldungen sind bis 31.8. möglich. Für Teilnehmerinnen aus den Bundesländern ist ein Fahrtkostenzuschuss von 20 € für Öffentliche Transportmittel möglich.

Nur schwarze Frauen?

Die Beschränkung der Teilnahme auf Frauen schwarzer Hautfarbe - "jede Frau hat ihre persönliche Identität, wir bestehen nicht nur aus der schwarzen Haut" - ist für Leonore Lerch kein Dogma, sondern ein wesentliches Element des so genannten Self-Empowerment: "Wir wollen uns soweit selbst stärken, dass wir selbst für unsere Rechte einstehen und darum kämpfen können". In diesem Zusammenhang nennt Leonore Lerch auch die völlig unterschiedlichen Rassismus-Erfahrungen schwarzer Frauen und Männer: "Die Vorurteile gegenüber den Männern sind ganz anders als gegenüber den Frauen. Die Männer werden als Dealer, als Verbrecher angesehen, bei den Frauen ist es mehr eine Koppelung mit Sexismus, sie gelten als exotisch, so unter dem Motto naja, da kann man es schon einmal probieren". Daher kündigt Leonore Lerch neben der kommenden ersten Bundestagung im Gespräch an, "wir machen verschiedene Veranstaltungen", "zum Glück gibt es hier genügend Menschen, die uns unterstützen."

Arbeitskreise und Referentinnen der Tagung

1. Identität und Self-Empowerment von schwarzen Frauen: Abi-Sara Machold

2. Alltagsdiskriminierungen - Strategien gegen Rassismus und Sexismus: Maisa Khalil

3. Schwarze Frauen und Gesundheit: Veada Stoff