Presseaussendung anläßlich der SFC-Vereinsvorstellung

Presseaussendung anläßlich der SFC-Vereinsvorstellung

Die Afrikanerinnen sind das sichtbarste Symbol von (oft unerwünschter) Zuwanderung. Sie werden als Zuwanderer gesehen und sind häufig mit negativen Einstellungen und Vorurteilen konfrontiert. Insbesondere schwarze Frauen werden meistens auf exotische Sexobjekte reduziert. Neben den gesetzlichen Einschränkungen sind sie aufgrund ihres Aussehens auf dem Wohn- und Arbeitsmarkt Diskriminierungen unterworfen. Täglich müssen sie mit Ausgrenzung, Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit kämpfen.

Einseitige Medienberichte und institutionalisierter Rassismus erschweren noch weiter das Leben in Österreich für die Gruppe der EinwandererInnen. Aussagen wie „ …….die Art der Schwarzafrikaner! Sie schauen nicht nur anders aus ….sondern sie sind auch anders, und zwar sind sie ganz besonders aggressiv. Das liegt offensichtlich in der Natur dieser Menschen. Sie sind meist illegal da,….meist Drogendealer und …ungeheuer aggressiv ….“ (ein Zitat der FPÖ-Parlamentsabgeordneten Helene Partik-Pable führt dazu, dass das tägliche Miteinander zwischen Menschen afrikanischer Herkunft und ÖsterreicherInnen erschwert wird.

Laut der Studie „Afrikaner in Wien – Afrikaner und ihre Diaspora“ von Dr. Erwin Ebermann (Münster 2002; www.afrika-wien.at) leben derzeit 7.653 Afrikaner und Afrikanerinnen in Österreich. Davon sind 5.079 Männer und 2.574 Frauen. Davon sind 4.100 Personen in Wien gemeldet. Dazu kommen noch ca.1.000 bis –1.500 nicht gemeldete AfrikanerInnen. Ca. 1.400 sind eingebürgert. Dies ergibt eine Gesamtzahl von 6.500 bis 7.000 Menschen aus subsaharanischer Herkunft in Wien. Das Ausbildungsniveau der Frauen ist sehr hoch, ca. 80% haben mindestens einen Mittelschulabschluss; 37% von ihnen haben zusätzlich ein Studium abgeschlossen (Ishraga Mustafa Hamid, Wien 2000).

Eine neue Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC -Mai 2003) über Erfahrungen von MigrantInnen mit Rassismus und Diskriminierung in Österreich zeigt, dass Diskriminierung in Österreich stark mit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten ethnischen Gruppe zusammenhängt. Neben BosnierInnen und TürkInnen werden AfrikanerInnen am meisten diskriminiert und dies in allen Bereichen. (EUMC 2003 www.ahda.at/doc/EUMC-Report.doc).

Die Schwarze Frauen Community für Selbsthilfe und Frieden (SFC) besteht seit Oktober 2003 und sieht sich als „Überlebensstrategie“ für in Österreich lebende schwarze Menschen, insbesondere Schwarze Frauen nach dem tragischen Tod von Seibane. SFC ist eine Initiative von Frauen aus Afrika und ihre Diaspora (1. und 2. Generation) bestehend aus schwarzen Frauen unterschiedlichster Nationalität. SFC versteht sich als eine Anlaufstelle und Ansprechpartnerin für Schwarze Menschen in Österreich. Lebensrealitäten, Self-empowerment, Selbstbewusstsein, Selbstbestimmung und Autonomie von schwarzen Frauen sowie die Auseinandersetzung mit rassistischen Strukturen, Stereotypen und Verhaltensweisen im Alltag gehören zu unseren Schwerpunkten.

In Zeiten wo „Weiterbildungs- und Bildungsoffensive bei Karrieren für mehr "Internationalität“, „Multikulturalität“ und „Mobilität" (Standard 31.01.2004) in Österreich gefordert wird möchte die SFC die interkulturellen Kompetenzen von Schwarzen Menschen sichtbar machen, denn wie auch der UN Generalsekretär Kofi Anan sagte, ist es eine Tatsache, dass Europa EinwandererInnen braucht.